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  • Replik zum Artikel vom 10. November 2020, Anzeiger Bezirk Affoltern

    „Waldspielgruppen leiden unter Coronakrise“

    Wir haben Ihren Artikel im Anzeiger vom 10. November 2020 aufmerksam gelesen. Es ist lobenswert, dass Sie auf den unermesslich wichtigen Aspekt der frühkindlichen Förderung hinweisen und die Bedeutung solcher Angebote in Ihrem Beitrag hervorheben. Leider mussten wir feststellen, dass Ihnen das notwenige Wissen fehlt in Bezug auf die Arbeit in Kindertagesstätten. In Ihrem Artikel betonen Sie mehrfach, dass in den Kitas „nur“ betreut wird. Gerne klären wir Sie hiermit über die tägliche Arbeit in den Kitas auf. Wir, das sind die Mitglieder der Geschäftsleitung und des Vorstands des Vereins Barabu, welche die Chinderinsle Barabu in Bonstetten betreiben. Wir tun dies für unsere wertgeschätzten Mitarbeitenden, die täglich eine gesellschaftlich sehr wichtige pädagogische Arbeit verrichten.

    Es ist löblich, dass Sie in Ihrem Bericht die pädagogische Arbeit in den Spielgruppen hervorheben. Mit unserer Stellungnahme geht es in keiner Weise darum, diese Arbeit herunterzuspielen. Es handelt sich um ein anderes Angebot für Kinder und Eltern mit anderen Bedürfnissen als jenes, welches Kitas anbieten. Uns ist jedoch sauer aufgestossen, dass Sie von einem uninformierten Bild der „Nur-Betreuung“ in Kitas ausgehen. Dass Sie den Kindertagesstätten jegliche pädagogische Arbeit absprechen und sie zu Angeboten im Rahmen von „Betreuung und Erhöhung der Flexibilität der Eltern, um die Vereinbarkeit von Elternschaft und Berufstätigkeit zu ermöglichen“ degradieren, darf nicht unwidersprochen bleiben.

    Wir klären Sie gerne darüber auf, dass wir als behördlich beaufsichtigte Branche strengen Qualitätsrichtlinien unterliegen. Kindertagesstätten benötigen eine Betriebsbewilligung, Spielgruppen nicht. Die Qualitätsrichtlinien unterscheiden zwischen der Orientierungsqualität (Erziehungsziele, pädagogische Grundhaltungen und Werte sowie Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsauftrag), der Strukturqualität (Rahmenbedingungen, Ausbildungsniveau, Betreuungsschlüssel) und der Prozessqualität (Interaktion zwischen Mitarbeitenden und Kindern). Eine Kindertagesstätte muss, um eine Bewilligung zu erhalten, unter anderem ein pädagogisches Konzept vorlegen, das den aktuellen Vorgaben und Grundsätzen entsprechen muss. Spielgruppen unterliegen solch strengen Kontrollen nicht.

    In der Kinder-Gruppe wird – wie in den Spielgruppen - die soziale Entwicklung gefördert. Verschiedene pädagogische Grundsätze und Werte bilden die Grundlage für das pädagogische Handeln der Erziehenden im Kita-Alltag. Dabei steht das Wohlergehen des einzelnen Kindes sowie die Förderung seiner Lebensqualität im Vordergrund. Das Kind wird als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen; seine individuellen Bedürfnisse in körperlicher, seelischer und kognitiver Hinsicht stehen jederzeit im Vordergrund und bilden eine der vielen Aufgaben im Alltag einer Kindertagesstätte.

    Im Gegensatz zu den Spielgruppen, die sich ein bis dreimal pro Woche bis maximal 4 Stunden treffen, werden Kinder in den Kindertagesstätten von früh morgens bis zum späten Nachmittag betreut, gefördert und begleitet. Das von Ihnen geschultes Personal gewährleistet, namentlich von der propagierte Modell gibt es auch bei den Kindertagesstätten, viele bieten auch Halbtagesplätze an.Allerdings sehen auch viele Eltern den Vorteil von mehrtägiger Betreuung, da die frühkindliche Förderung und Begleitung so fundierter stattfinden kann – immer im Fokus der Familienergänzung. Die Kita fungiert als Erziehungspartner-Organisation für die Eltern und nicht als Babysitter. Der Fokus liegt – gerade auch durch die wiederkehrende Überprüfung durch behördliche Fachstellen – klar auf dem Wohlergehen und der Entwicklung der Kinder. Sie werden in der Zeit, in welcher Sie durch unsere Mitarbeitenden begleitet werden, optimal auf die obligatorische Schulzeit vorbereitet. Dies wird durch Krippen- und Gruppenleitung sowie den Miterzieher*innen, die – im Gegensatz zu den Spielgruppen-Leitungen – eine mehrere Jahre dauernde pädagogische Ausbildung absolviert haben und sich stetig weiterbilden. Die gut ausgebildeten Fachpersonen bringen Erfahrung in Erziehungswissenschaften mit und erweitern diese stetig. Sie verfügen über ein hohes Mass an Verantwortungsbewusstsein, psychischer Stabilität und ausgeprägtem Einfühlungsvermögen, Organisationsfähigkeit, gute Beobachtungsgabe und rasches Reaktionsvermögen.

    Gerne laden wir Sie persönlich ein, unsere Kindertagesstätte am Bahnhof Bonstetten zu besuchen. So können Sie sich direkt ein Bild machen, welche pädagogischen und erzieherischen Aufgaben eine Kindertagesstätte tatsächlich jeden Tag erfüllt – für die Kinder, nicht für die Flexibilität der Eltern.

    Mit freundlichem Gruss
    Geschäftsleitung & Vorstand des Vereins Barabu

     

Chinderinsle Barabu

Stationsstrasse 4
8906 Bonstetten

+41 43 536 75 77